Ratgeber
PDF/UA online prüfen: So testen Sie PDFs auf Barrierefreiheit
Ein PDF sieht am Bildschirm oft einwandfrei aus und ist für Screenreader trotzdem unbrauchbar. Eine PDF/UA-Prüfung macht die unsichtbare Struktur sichtbar: Tags, Sprache, Titel, Schriften und Links.
Stand:
Was bedeutet PDF/UA?
PDF/UA („Universal Accessibility“) ist der internationale Standard ISO 14289 für barrierefreie PDF-Dokumente. Er legt fest, wie ein PDF technisch aufgebaut sein muss, damit assistive Technologien wie Screenreader, Braillezeilen oder Vorlesefunktionen den Inhalt zuverlässig und in der richtigen Reihenfolge wiedergeben können. In der Praxis ist meist PDF/UA-1 (ISO 14289-1) gemeint; PDF/UA-2 für PDF 2.0 ist seit 2024 veröffentlicht.
Kern von PDF/UA ist der Strukturbaum: Jeder relevante Inhalt ist mit einem Tag wie Überschrift, Absatz, Liste, Tabelle, Abbildung oder Link ausgezeichnet. Rein dekorative Elemente wie Kopfzeilen, Seitenzahlen oder Linien werden als Artefakt markiert und von Screenreadern übersprungen.
Was prüft ein PDF/UA-Check?
Automatische Prüfwerkzeuge kontrollieren alle Anforderungen, die sich maschinell entscheiden lassen. Dazu gehören insbesondere:
- Getaggtes PDF: Ist ein Strukturbaum (
StructTreeRoot) vorhanden und ist das Dokument als getaggt markiert (MarkInfo)? - Dokumenttitel: Ist ein Titel in den Metadaten hinterlegt und wird er in der Titelleiste statt des Dateinamens angezeigt (
DisplayDocTitle)? - Dokumentsprache: Ist eine Standardsprache (
/Lang) gesetzt, damit Screenreader die richtige Aussprache wählen? - PDF/UA-Kennung: Enthalten die XMP-Metadaten den Eintrag
pdfuaid:part? - Schriften: Sind alle Schriften eingebettet und besitzen sie eine Unicode-Zuordnung (
ToUnicode), damit Text korrekt vorgelesen, kopiert und durchsucht werden kann? - Links und Anmerkungen: Ist jede Link-Anmerkung einem
Link-Tag zugeordnet und hat sie eine Beschreibung? - Tab-Reihenfolge: Folgt die Tastaturnavigation der Dokumentstruktur (
/Tabs /S)? - Abbildungen: Haben Bilder, die Inhalt tragen, einen Alternativtext?
Was automatische Prüfungen nicht leisten können
Laut Matterhorn-Protokoll, dem Prüfkatalog der PDF Association für PDF/UA-1, lässt sich ein erheblicher Teil der Anforderungen nur durch einen Menschen beurteilen. Ein Programm erkennt zum Beispiel, dass ein Bild einen Alternativtext hat, aber nicht, ob der Text das Bild sinnvoll beschreibt. Ebenso wenig kann es sicher entscheiden, ob eine fett gedruckte Zeile tatsächlich eine Überschrift ist oder ob die Lesereihenfolge inhaltlich stimmt.
Ein bestandener automatischer Test ist deshalb eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für ein barrierefreies PDF.
So prüfen Sie ein PDF mit EasyPDFUA
- Anwendung öffnen und ein PDF auswählen (kostenlos bis 5 MB, mit Premium bis 50 MB).
- Titel und Dokumentsprache kontrollieren.
- Nur untersuchen wählen. Das Dokument wird dabei nicht verändert.
- Im Bericht Warnungen, Dokumenteigenschaften und den Strukturbaum durchgehen.
Der Bericht zeigt, welche Tags vorhanden sind, wo Titel, Sprache oder Unicode-Zuordnungen fehlen und welche Links nicht in der Struktur verankert sind. Wenn Probleme technisch eindeutig behebbar sind, können Sie im nächsten Schritt eine nachträglich getaggte Kopie erzeugen lassen.
Ergebnis gegenprüfen: PAC und veraPDF
Für eine belastbare Aussage empfehlen wir, jedes Ergebnis zusätzlich mit etablierten Validatoren zu prüfen:
- PAC (PDF Accessibility Checker): kostenloses Windows-Programm, das die maschinell prüfbaren Matterhorn-Kriterien abdeckt und eine Screenreader-Vorschau bietet.
- veraPDF: quelloffener Validator für PDF/A und PDF/UA, gut geeignet für automatisierte Abläufe.
Die häufigsten Meldungen dieser Werkzeuge erklären wir im Ratgeber Häufige PAC- und veraPDF-Fehler. Danach folgt die manuelle Prüfung: Lesereihenfolge, Überschriftenhierarchie, Alternativtexte und Tabellenstruktur.
Häufige Fragen
Ist ein PDF/UA-Check kostenlos?
Ja. Mit dem kostenlosen Tarif von EasyPDFUA können Sie PDFs bis 5 MB prüfen, ohne Zahlungsdaten anzugeben. PAC und veraPDF sind ebenfalls kostenlos verfügbar.
Bestätigt der Prüfbericht die PDF/UA-Konformität?
Nein. Der Bericht zeigt maschinell erkennbare Befunde. Eine vollständige PDF/UA-Konformität erfordert zusätzlich eine manuelle Prüfung, etwa von Alternativtexten, Lesereihenfolge und Überschriften.
Wird mein PDF beim Prüfen verändert?
Nein. Im Modus „Nur untersuchen“ wird das Dokument ausschließlich gelesen. Beim Tagging entsteht immer eine neue Kopie; das Original bleibt unverändert.
Welche PDFs können nicht geprüft werden?
Verschlüsselte, digital signierte oder technisch uneindeutige PDFs können abgelehnt werden, weil jede Änderung die Signatur ungültig machen oder den Inhalt beschädigen könnte.